Ich fahre nie mehr nach Dubai…

Wer hätte gedacht dass DXB uns so schnell wiedersehen würde? Im letzten Jahr auf dem Rückflug von Malaysia meinte ich noch, dass ich eigentlich das nächste Mal nicht wieder durch Dubai wolle – das ist so ähnlich wie mit Hochzeiten – man verbringt einfach zu viel Zeit an Orten an die man nicht gehört. Hochzeiten habe ich in diesem Leben schätzungsweise keine mehr zu besuchen, aber was Dubai angeht lag ich falsch. Gut, realistischerweise ist Emirates einfach die günstigste quasi-Direktverbindung aus Hamburg raus, will man gen Osten. Dennoch…

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Nun also das vierte Mal Asien. Das dritte Mail Thailand. Das zweite Mal Samui. Das erste Mal mit Freunden unterwegs, für die es das erste Mal Asien sein wird.

Es war Anfang April, der 3. glaube ich, da unterhielt ich mich mit T. darüber, dass ich gern mal A380 fliegen würde. Er flachste daraufhin, dass Emirates ja nun die Strecke DXB-BKK mit dem 380 fliege, und ich antwortete, er habe dieses Jahr ja sowieso keinen Urlaub mehr dafür über und wir kein Geld.

Mit beiden Annahmen lag ich falsch, wie mich ein Blick in iCal belehrte und die Erkenntnis, dass das Geld für die Übersetzung des Geek Cookbook für O’Reilly die Flugkosten locker decken würde, selbst nach Steuern. Tatsächlich lag T.’s restlicher Urlaub sogar perfekt für Südostasien…

Also checkten wir Flugtarife, stellten fest dass Emirates immer noch günstigster Anbieter ex HAM war (wie zu erwarten), und sagten in unserem Haus-IRC Channel dass wir bekloppterweise darüber nachdächten dieses Jahr nach Thailand zu fliegen, obwohl Fernreise eigentlich erst wieder 2010 dran wäre, nachdem wir 2008 ja in Singapur und Malaysia waren. Und zwei Freunde bekundeten spontan: “Ich will mit.”

Und so sitzen wir jetzt wieder einmal in Dubai am Flughafen und warten auf einen Anschlussflug, twittern denten und bloggen. T. auf dem G1, Y. auf dem Netbook oder dem Galaxy, ich auf dem Macbook, M. mit dem Subnotebook oder dem iPhone.

Letztes Jahr waren 10 Stunden Wartezeit vor allem eine Qual, kalt, laut, wir müde, genervt. Ganz anders dieses Jahr: wir sind völlig relaxt, gerade ist es Ortszeit 3 Uhr früh, in Deutschland Mitternacht, der Flughafen ist angenehmerweise nicht auf Eisschrank runtergekühlt.

Dafür gibts an anderen Enden Enttäuschungen… unser 380 wird dann doch wieder eine 777, und das kostenlose Essen für Transitpassagiere ist jetzt zwar in Terminal 3 zu haben, aber dafür sind die tollen indischen Currys einem Angebot von Samosas (Chicken oder vegetarisch), Sandwiches, Pudding und Pastramibrötchen gewichen. Ungemütlich isses immer noch.

Die Ansagen, die letztes Jahr noch eine Qual waren, weil sie brüllend laut jeden Versuch zu dösen quasi unmöglich machten, sind leiser und dezenter geworden, und an verschiedenen Gates stehen ausserdem Multi-Steckdosen-Säulen, während 2008 das Auffinden einer (britischen) Steckdose noch dem Suchen eines D4-Geocaches nahekam.

Im Flieger haben wir – nach dem für uns schon traditionellen Einstand auf dem Asienurlaub:

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die Zeit genutzt und Ice Age 3, Food Inc., und die Hälfte von Monsters vs. Aliens gesehen (Teil 2 dann auf dem nächsten Abschnitt). Nach einem Bummel durchs Terminal und dem besagten Samosa Imbiss sowie einem Blick auf das Weltmeisterfahrzeug von Lewis Hamilton, das hier ausgestellt ist,

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haben wir uns dann an unser Gate verzogen, an dem vor kurzem ein Flug nach Perth abging – und jetzt herrscht beinahe Ruhe. Nur die Putzcrews sind noch voll aktiv. In einer Toilette höre ich der Unterhaltung einer Australierin mit den beiden Filipinas zu, die dort die Reinigungscrew bilden. Die Touristin will wissen, wie ihnen denn ihr Job gefalle – die Antwort lautet “no choice”. Und wie lange sie denn schon hier seien – 2 bzw. 3 Jahre, ohne nach Hause zu fahren. Wie viele Filipinas (und andere Gastarbeiter in den Emiraten) unterstützen sie mit ihrem kargen Einkommen Familie zu Hause. Wie sie denn leben würden – die Antwort lautet, zu sechst in einem Zimmer.

Sieht man den Marmorglanz und protzigen Reichtum der Emirate, muss man bei diesen Beschreibungen schon schlucken. Aber für wirklich Reiche muss es eben auch wirklich Arme geben die die Drecksarbeit billig machen… vielleicht habe ich auch deswegen so wenig Interesse daran, in den Emiraten für einen längeren Stopp zu halten.

Heute vormittag um 9 geht’s weiter – nach Bangkok, und von da nach Ko Samui. Und dann fallen wir sicher erst mal müde ins Bett in unserem Ferienhaus…

2 Kommentare zu “Ich fahre nie mehr nach Dubai…

  1. Barbara

    Schade, dass das mit dem 380 nicht geklappt hat.

    Mein letztes Mal in Dubai habe ich gerade Arabisch gelernt, da waren die lauten Durchsagen mit den Flugnummern echt gut zum Zahlen üben. ;-)

    Deine Empfindungen teile ich.

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