Tag 6-8 - Kuala Lumpur

Kurz vor 10 kommen wir am Busdepot von Melaka an, um 10 fährt ein Linienbus von Delima nach Kuala Lumpur, den wir auch noch erwischen. Und weiter geht’s. Alles ganz kurzfristig, weil es so gut passt.
Und es geht auch gut los. Der Bus schlängelt sich aus Melaka raus auf die Autobahn. Ungefähr halb voll, viele Einheimische, dazu ein amerikanisches Paar. Das Innendesign des Busses ist fragwürdig. Viel violett mit Mustern. Aber wir müssen uns das ja nur eineinhalb Stunden ansehen.
Nach gut einer Stunde zeigt sich, dass wir mit dem Busunternehmer wohl doch nicht die richtige Wahl getroffen hatten. An einem Anstieg auf der Autobahn hören wir aus dem Cockpit ein bing-bing-bing-bing. Doch der Fahrer fährt weiter. Das bingen hört nicht auf und keine fünf Minuten später, noch immer an der Steigung, werden wir langsamer. Und langsamer. Und langsamer. Und wir bleiben auf dem Seitenstreifen stehen.
Der Fahrer steigt aus, sieht sich den Bus und den Motor an, steigt ein, lässt den Bus an. Bing-bing-bing-bing… Der Fahrer steigt aus, sieht sich den Bus und den Motor an, steigt ein, lässt den Bus an. Bing-bing-bing-bing… und so weiter und so fort.
Unterdessen, die Klimaanlage ist inzwischen aus weil der Motor aus ist und es wird wärmer, telefoniert der Amerikaner mit seinem Blackberry in seine Heimat und unterhält sich über die bevorstehenden Wahlen. Plötzlich scheint ihn sein Gesprächspartner zu fragen, wo er steckt. Seine Antwort: “Kuala Lumpur” - kurze Pause - “It’s a city in Malaysia”. Ich schätze, in sein Ohr klang nur ein “Häh?” oder ein “Where?” - Amerikaner.
Draussen ist inzwischen ein Techniker angekommen. Jedenfalls scheint es so. Ein Mofa kam gegen die Fahrtrichtung auf der Autobahn. Der Fahrer macht sich aber nicht die Mühe, abzusteigen. Er besieht sich den Bus von seinem Sitz aus und beschliesst, bald weiterzufahren. Inzwischen wissen wir sicher, dass der Kühlkreislauf überhitzt ist und die Hydraulik aufgegeben hat.
Dann die Rettung: Ein anderer Bus hält. Der Fahrer klärt kurz, wo wir hin wollen. Und er nimmt uns mit. Der neue Bus ist jetzt bis auf den letzten Platz gefüllt und wir kommen nach gut einer Stunde Stillstand wieder unserem Ziel entgegen. Mit neuen psychedelischen Mustern in rot und gelb als Dekoration im neuen Bus. Auch der Amerikaner ist von Innendesign, das an einen bekifften Hippietraum erinnert, begeistert und macht ein paar Fotos.
Bald erreichen wir dann auch die Randgebiete von Kuala Lumpur. Schon hier sind wir nicht so ganz begeistert, was auf die Hässlichkeit der Stadt zurückzuführen ist. In der Ferne sind die Petronas Towers und andere Hochhäuser zu sehen.
Nachdem wir eine Weile durch die Stadt gekurvt sind, setzt uns der Fahrer an der Puduraya Bus Station ab. Doch statt eines modernen oder auch nur großen Busterminals klafft hier eine große Baulücke mit einer hohen Wand, aus der ohrenbetäubende Baugeräusche dringen. Davor scheinen sich stinkende dröhnende uralte Busse auf der Strasse nur so zu stapeln, Lärm und Chaos sind schier unbeschreiblich. Der perfekte Empfang.
Immerhin ist es laut Karte nicht weit in die Petaling Road in Chinatown. Dort soll unser Hotel, das Replica Inn liegen. Und es ist wirklich nicht weit. Wenn nicht so viele Leute auf der Straße wären, wenn nicht alle Verkaufsstände in Chinatown auf wären, und der Verkehr sich nicht laut hupend im Stop&Go durch die Straßen quälen würde.
In der Petaling Road laufen wir natürlich erst mal in die falsche Richtung. Hausnummern gibt es nur vereinzelt, und wenn sind sie von Verkaufsständen verdeckt. Wieder durch die Massen zurück entdecken wir am anderen Ende der Straße das Replica Inn. Read more »






